ALLE MUSEEN SIND GUT

AUSSER DIE LANGWEILIGEN

Ein Museum ist dem Ruf nach eine Erinnerung an die Vergangenheit, doch zu viele Museen sind wie unbeleuchtete Schaufenster, starre Gedenkstätten. Im Schloss von Pignerolles, das durch den Distrikt Angers unter unsere Obhut gegeben wurde, wollten wir ein lebendiges Museum schaffen, in Form des Surrealismus, wo Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eine Einheit bilden. Angers ist eine Metropole der Wandteppichkunst, von "L'Apocalypse" bis "Chant du Monde" und damit bereits ein bedeutender Ort für die Geschichte der Kommunikation. Die Kommunikation "das ist der Schlüssel der Zivilisation", sagt Saint-Exupéry. Die Absicht unseres Museums ist es, dass man der Schrift und dem Bild Beachtung schenkt, Ursprung unserer Zivilisation. Für uns ist das Schloss von Pignerolle nicht nur eine flüchtige Bekanntschaft, es ist ein Symbol. Das Symbol eines glanzvollen Jahrhunderts, in dem Frankreich durch die Ausstrahlung seiner Enzyklopedisten und Wissenschaftler der Leuchtturm der Welt war. Die Geschichte, die Sie durch unsere Zeitmaschine miterleben werden, ist die Geschichte der Kommunikation, vom Gestern zum Heute, vom Trommelschlag zum Satellit. Das Erdgeschoss ist einem der berühmtesten Manner aller Zeiten gewidmet, einem der beachtlichsten Denker in der Geschichte der Menscheit : Leonardo da Vinci. In Lebensgrösse in diesem Atelier von Clos Lucey, wo er die unsterbliche "Mona Lisa" vollendet hat, dessen Kopie wir aus dem Louvre in Paris erhielten. Alleinige Antwort ist "Dame de Brassempouy", die Sie etwas weiter erwartet. Aber in diesem Museum sind alle Zimmer sehenswert, mit vielen Antiquitäten, echten Möbeln wie z. B. die Anrichte von 1520 und die Sessel aus dem 17 Jahrhundert. Betrachten Sie Leonardo, sein Porträt vom Spiegel abzeichnend, tragisches Abbild des Gesichtes eines alten Mannes : "La Sanguine de Turin". Wenn wir unsere Besichtigung mit einer Huldigung von Leonardo beginnen, so ist es deshalb, weil dieser Halbgott Quelle und Anfang der Erfindungen war, die sowohl bildliche Darstellung als auch wissentschaftliche Arbeit entwickelten, die Kunst der Kommunikation und der Technik der Fortbewegungsmittel. Unsere erste Kommunikation ist unser erster Schrei nach der Geburt und die gegenseitige Zärtlichkeit, von Kind zur Mutter, von der Mutter zum Kind. Der Schrei des Neugeborenen führt uns zum ersten Schrei des Menschen,der zeitlich die erste Gegebenheit zur Kommunikation ist. Seit es die Menschheit gibt.....

Gegen Sie bitte weiter in den Saal gewidmet dem Abt "Prieuil". Der Cro-Magnon-Mensch (vorzeitlicher Fund in Frankreich) ist das erste Kettenglied der modernen Zivilisation. Er suchte Zuflucht und Zchutz in Höhlen. Die Eroberung dieser unbekannten Umwelt ist nur durch zwei Erfindungen möglich gewesen : Fackel und Feuerstein. Der Cro-Magnon gibt sich Mühe, um seine Kommunikationsmittel zu entwickeln. Die Zeit der Guturallaute und der Mimik wird durch eine artikulierte Sprache ersetzt, dem Austausch von Gedanken, von Werkzeugen.... und er befehligt die Tiere.

In diesen neuen Saal eintretend, heben Sie den Kopf, um eines unserer ältesten Signale in der Wildnis zu entdecken : den Trommelklang, dessen rythmischen Schläge Jagdfieber und Freudenfeste wiedergeben.

Die folgende Vitrine ist den reisenden Händlern gewidmet sowie der wundervollen Nähnadel, sagt Prof. Nougier, der sowohl Forscher als auch Initiator dieses Saales gewesen ist. 100 00 Jahre vergingen, um ein Wunder reifen zu lassen. Der sich zunächst auf allen Vieren Fortbewegende richtet sich auf. Die Fusspuren verbleiben in der feuchten Erde des Waldes, ihr Abdruck wird 12 000 Jahre später entdeckt werden. Der Mensch wandert der Zukunft entgegen, auf Wegen, die er sich mitten durch Savannen bahnt, er wird andere Gruppen treffen, wird Feuerstein und Naturglas tauschen. Der Primate zeichneit den Weg für reisende Händler und Boten vor. Der Fuss des Menschen hat die erste Stufe auf der Treppe der Zivilisation erklommen. In der gleichen Vitrine ein winzigues Objekt : die Nadel. Die Nadel hat noch heute ihre ursprüngliche Form behalten, allein das Material wurde ausgetauscht. Niemals hat ein solch Kleiner Gegenstand einen weitreichenderen dauerhafteren und umfassenderen Ruf besessen. Sie ist Ursprung der Entwicklung des Kochens - dank zusammengenähter Wassersäcke. Schon in der Steinzeit werden die Begriffe Mode und Komfort

gepragt : zusämmengenähte Tierhäute werden Decken, einladend zu Liebeleien und eine Gabe der Gotter schutzend verbergend, die man noch heute "Liebe" nennt. Zu Beginn war das Wasser die Mutter. Der Mensch hat in seimen Unterbewusstsein die Erinnerung an die erste Lagune bewhart. Wahrend tausenden von Jahren war das Wasser nur Quelle des Vergnügens und Nutzens, um Durst zu stillen oder zu fischen. Aber eines Tages verband der Mensch drei Baumstämme und baute das erste Floss. Dem Floss folgte der Einbaum, der auf den Flüssen abwarts schwamm bis er das Meer erreichte. Und dann erschien vor 20 000 Jahren die Nadel und damit zusammengenähte Häute. Diese wiederum dienten u.a. : zum Bespannen von Kanus, dem Aufbewahren von Nahrungsmittlen und Süsswasser, welches dem Menschen die Möglichkeit zur Erforschung gab - von Insel zu Insel, von Kontinent zu kontinent. Begrüssen wir auf der Durchreise die edelste Eroberung des Menschen : das Pferd, welches erst seit 6000 Jahren dressiert wird, aber eine grosse Rolle in der Kommunikation während tausenden von Jahren spielte; als einzigstes Fortbewegungsmittel über lange Entfernungen.

Die dritte Vitrine ist der Entstehung der Kunst gewidmet. Als der Mensch vor langer Zeit entdeckte, dass die Kurve, die er zerstreut in den Sand gezeichnet hat, die Linie des Horizontes von einem gegenüber liegenden Hügel wiedergibt, ist er swischen Überraschung und Verwunderung hin-und hergerissen. Der erste Künstler ist geboren ! In den Höhlen findet er dauerhaften Undergrund fur seine Malereien, hauptsächlich figürlich und tierabbildend, doch seit dem 20. Jahrtausend v.u.z. entwickeln sich zwei Richtungen : Die erste ist eine Tendez zur Reproduktion eines Modells. Die sweite ist eine gedankliche Suche, die Abstraktheit einleited, und auf die zeitgenössische abstrakte Kunst hinausläuft, von Kandinski bis Maudrian, in der Lyrik mit Hauptfigur Georges Mathieu. Jedoch für Prof. Nougier besteht die Schönheit der plastischen Kunst im Mandelkern. Schauen Sie sich die Frucht an. Sie existiert seit 200 000 Jahren, Freude des Dionissus als ästhetische Kreation. Gönnen Sie sich auch woanders einen Gedanken an dieses brillante Kleinod, von dem sich das Muuster im Museum in Saint-Germain befindet. Auf dem Grunde dieser Schatzkiste betrachten Sie Werte im Alter von 20 000 Jahren. Die "Dame de Brassempouy" ist 23 000 Jahre alt. Lascaux, 13 000 Jahre v.u.z., ist das Prunkstück der Höhlen. Versäumen Sie es nicht, den Vorfahre der Plastischen Kunst zu besichtigen-die ägyptische Katze aus der Epoche des Saite. "Die Skulptur", sagt Goethe, "das ist geformte Musik". Die Handhabung eines Werkzeuges verläuft in einem Rhythmus und der Mensch, der beginnt, Lärm zu erzeugen,wird den Lärm in tone umformen. So wurde die Musik geboren. Die Hörner, die tagsüber Gefahren oder Besuche ankündigten, waren die ersten Instrumente der Kommunikation durch Töne : ein entferntes Vorspiel vom späteren Strürmgeläut.

Frauenstimme : Begleiten Sie uns nun bitte zur nächsten Vitrine, wo Sie ein neues Abenteuer erwartet : die Schrift.

Das erste Mal in der Geschichte hinterlässt der Mensch dauerhafte Spuren von seimen kulturellem Leben, geschrieben und übersetzbar. Die sumerischen Tafeln, die Sie sehen, sind die ältesten Zeugen der menschlichen Schrift, mit ihren 6000 Jahren sind sie jedoch relativ jung. Man könnte sich vorstellen, das sie eingeführt wurde, weil man das Bedürfnis nach Kommunikation verspüte ; in Wirklichkeit entsprachen sie der Sorge, die geschriebenen Spuren des materiellen Lebens zu erhalten, besonders fur die Auflistung gelagerter Lebensmittel. Die ersten Tafeln überliefern

buchalterliche Tabellen. In der Gleichen Epoche wird der Umschlag erfunden; beim Abschicken versiegelt und bei der Ankunft aufgebrochen. Schauen Sie sich dieses Alphabet an- Zeuge der antiken Kulturen, von arabisch bis indoeuropäisch. Überspringen wir die Jahrhunderte, so passieren wir die Hyroglyphen bis zu den karolinische Manuskripten. Die Schreiber unter den Mönchen begannen mit einer verschlüsselten Schrift und steigerten sich bis zur Kunstschrift. Dies wurde das goldene Jahrhundert der Gebetsbücher, Meisterwerke der Miniaturisten und Gestalter. Wenn Sie das Exemplar eines Blattes betrachten, welches hier augestellt ist, bemerken Sie, dass die Buchstaben mit Gold verziert sind. Wir befinden uns immer noch im manuellen Stadium der Schrift als ein neues grosses Ereignis herannah : die Druckerei.

Frauenstimme : Begleiten Sie uns nun bitte in den grossen Salon, Ampère gewidmet, in dem gleich am Anfang die Druckerei dargestellt wird.

Die Druckerei wird nicht die Manuskripte Verdrängen, sie wird aber deren Herstellung verbessern und deren Verbreitung fördern. Die ersten Drucksachen werden von den Originalmanuskripten abgepaust. Die Erfindung der Druckerei wird Gutenberg zugeschrieben, geboren ist sie allerdings in China b.z.w. Korea. Gutenberg handelt wie Homer 2000 Jahre vor ihm und Lumiere 500 Jahre nach ihm; er nutzt alle gesammelten Erfahrungen seiner Vorgänger und findet ein Instrument, das es ihm erlaubt, sie zu verbreiten: die Druckerpresse, dessen hier ausgestelltes Exemplar vom jungen Amerika Perfektioniert wurde. Wie das Feuer im Steinzeitalter, wie die Elektrizität in den ersten Jahren unseres Jahrhunderts, so verändert die Druckerei die Geschichte der Menscheit. Sie gibt der Intelligenz eine neue Möglichkeit der Entwicklung, der Kultur eine neue Dimension mit zwei Zauberworten : Buch und Zeitung. Wir befinden uns im Ampère-Saal. Verharren Sie mit Ihren Gedanken einen Moment bei diesem genialen Mann, der die Gesetze der Elektrodynamik in drei Tagen begründete. Die Elektrizität stellt eine der grössten Fortschritte in der Menscheitsgeschichte dar. Der Begrift kommt von dem griechischen Wort "Elektron", was Bernstein bedeutet. Sieben Jahrhunderte vor Christi hat Thalès von Millet die statische Elektrizität entdeckt, indem er Bernstein an einem Katzenfell ried. Aber nach diesem ersten Funken folgt 2000 Jahre lang ein schwarzes Loch. Erst 20 Jahrhunderte später wird sie neu entdeckt und somit hat die Elektrizität eine Geschichte von nur zwei Jahrhunderten. Sie finden die Darstellung der bedeudentsten Etappen in den Wandvitrinen links. Ihre erste Vorführung findet in einem der litterarischen Salons des 18. Jahrhunderts statt, bei Madame D'Argenson und Madame de la Fayette, wo sich Philosophen, Poeten und Wissenschaftler treffen und steiten, so auch Abt Nollet. Wir haben die Szene des legendären elektrischen Kusses rekonstruiert. Die zwei Partner stehen sich gegenüber, die Frau steht auf einer Wachsschicht, die isolierend wirkt. Die Verliebten küssen sich Während ein Bediensteter die Kurbel dreht, so dass zwischen ihren Lippen Funken überspringen. Es wird zur Mode, sich zu elektrisieren, man kann elektrische Ketten messen, die von hunderten Männern und Frauen zusammengefügt sind, Hand in Hand, deren Zug bis zu mehr als einem Kilometer reicht.

Während einigen Augenblicken werden Sie ein Stück von Olivier Messiaen hören, Komponistder Vendeen. Die Aufnahme sowie der Verstärker datieren auf 1950. Ein kurzer Gedankensprung zwischen Raum und Zeit, und Sie sind in die Hörbedingungen eines zuhörers Mitte unseres Jahrhunderts versetzt. Kehren wir zurück zur Musik, die noch nicht das Alter der elektrischen Gitarre erreicht hat. Um das musikalische Umfeld darzustellen, haben wir uns diese Szene eines volkstümlichen Bildes ausgesucht. Die Kleine Tochter des Sängers dreht die Kurbel eines Leierkastens, der Vater befindet sich vor einer Schüssel, in die ein reiches Mädchen einige Geldstücke einwirft. Auf dem Leierkasten sitzt ein Affe, symbolfigur, die eines Tages von Picasso gezeichnet und durch Appolinaire in ihren "Saga des baladins" besungen wird. Doch die Musik spielt eine breitere und mystischere Rolle als in den Strassenfesten. Wahrend eines Jahrtausends und bis zur Mitte unseres Jahrhunderts ist das Leben der Menschen durch die Glocke und die Turmuhr dirigiert ; das morgendliche und abendliche Glockenspiel, die Totenglocke, das Strumgeläut, die stündlichen Glockenschläge werden durch die Flügel des Windes bis Angelus de Millet getragen. Jedes freudige Ereignis, jedes Unglück wurde in die Mundart der Glocke übertragen, die jenseits der Dörfer und Besiedlungen Taufen, Hochzeiten, Kommunionen, Sterbenachrichten- Feier und Trauer- verläuteten. Sie haben die Klangvollen Rhythmen gekannt, bei Ihren Vätern und im Haus der Familie erklang Tag und Nacht der sonore und klangvolle Ton der Standuhr.

Frauenstimme : Begleiten Sie uns nun bitte zur nächsten Stufe, dem Saal gewidmet Charles Cros, in dem alle Etappen der modernen Kommunikation dargestellt sind.

Der Sieg der drahtlosen Informationsübertragung hat die optische Telegraphie von Chappe in den Schatten gestellt. Chappe hatte einen Apparat für die Telegraphie erfunden, dessen 200 Jahriges Jubiläum mit dem der französischen Revolution zusammenfällt. 1793 funktionierte er das erste Mal, um den Sieg unserer Armee in Paris zu verkünden, die Österreicher in Conté sur Escaut überrollt hatte.

Bald darauf erfolgte die Erfindung des Morsetelegraphen. Der Landschaftsmaler Samuel Morse bleibt Verfasser dieses Alphabetes, das auf Anordnung von Punkten und Strichen basiert. Betrachten Sie die zwei Apparate auf dem Kamin links von Ihnen. Sie sehen dort den Empfänger von einem Vorgänger-Telegraph Baudot. Es ist der erste, der die Aussendung von fünf Botschaften zu gleicher Zeit auf einer Leitung erlaubt. Wussten Sie schon, dass die Stereophonie Ende des letzten Jahrhunderts geboren wurde? Die Aufnahmen in der Oper erlaubten zu Hause den Stereo-Empfang mit zwei Hörern. Eine zietliche Perfektion, die immer weider erstaunt : das Telex, diese gedrukte Gegankenübermittlung wurde 1862 eingeführt. Der Sender- Empfänger in der Vitrine ist nicht nur Erzeuger von wechselnden Zeichen, sondern auch von Buchstaben des Alphabetes. Danach folgte der Vorgänger des FAX, gebaut von Caselli (1856), von welchem ein Foto in Naturgrösse in der Fensterecke die Bedeutung zeigt : das Zaubergerät der modernen Zeit. Es hat das Licht der Welt im Jahre 1865 erblickt, eine Direktverbindung funktionierte zwischen Paris, Lyon und Marseille, eine Linie, die eine trauriges Schicksal nahm, wie schon so viele Vorläufer- sie verschwand, ohne Spuren zu hinterlassen. Das modern FAX, welches nur wenige Jahre alt ist und das Sie kennen, ist nur eine verbesserte Wiederentdeckung vom vergessenen Vorgänger.

Frauenstimme : Wir verlassen nicht die Komunikation, sie eilt mit grossen Schritten voran. Aber man musste bis zum 19. Jahrhundert warten, bis sie ihre eigenen Fortbewegungsmittel fand. Wir haben den Bildhauer Jacques Lelut beauftragt, sie in diesem Riesenwerk zu symbolisieren, speziell fur unser Museum geschaffen. Es ist eine Huldigung von Cugnot, der erstmalig einem Fahrzeug mit Hilfe von Dampf eine Eigenbewegung verschafft. Das Thema der Fortbewegung ist im Nebengebäude des Schlosses dargestellt. A propos Fortbewegung, bewundern Sie den feinen Herrn, der sonntags in den Garten der Tuileries versucht, dieses Gefährt, welches ein Vorgänger des Fahrrades ist, zu beherrschen, natüralich um die hübschen Damen zu verführen.

Der Apparat von Cugnot ist Vorgänger des Bildvorführungsgerätes. Ich empfehle Ihnen, seine Zeitgenossen anzuschauen, den ersten Fotoapparat, das Zimmer wird "daguerienne" genannt- Name des Erfinders. Die Photographie regte zur Herstellung von Spionagezubehör an, wie die Krawatte von Edmond Bloch, die Sie in dieser Vitrine sehen. Die Fotografie, heute als achte Kunst anerkannt, ist auch ein Mittel der Kommunikation, z.B. ; bei der Suche nach Vermissten, Kriminellen, Aussagen der Familienalben. 1877 stellt Charles Cros, Erfinder der Farbfotographie, in der Akademie der Wissenschaften seine Erfindung vor : das Grammophon. Zwei Jahre später konstruiert der amerikanische Wissenschaftler Edison das erste Grammophon nach den gleichen Prinzipien des Ausstellungsstückes von Cros. Hören Sie die kratzende und rauschende Musik vom ersten Grammophon. Man geht einer neuen Welt entgegen, Welt der Kassetten, langspielplatten und Laser-CD. Der erste Heissluftballon von Montgolfier fliegt über Paris unter den Blicken einer begeisterten Zuschauermenge. Der Mensch kann fliegen....... Der alte Wunsch von Ikarus ist wahr geworden, mit Hilfe von Ausdehnung erwärmter Luft.

Der Begriff Kino existiert seit drei Jahrhunderten. Er ist einbegriffen in "Discours de la Méthode du grand Descartes". Danach projiziert Fulton, Erfinder des U-Bootes, seine belebten Dioramas in Paris auf die Leinwand. Ende des Jahrhunderts hören wir von Demeny, der mit der Chronophotographie einzelne Bewegungen rekonstruiert und von vergessenen Erfindern wie Normandin, der seine Kamera zum Dreyfus-Prozess mitnimmt, um Zola zu Filmen. Letztendlich Reynaud, Reynaud der Verdammte, ungerechterweise vergessen, ausser einigen Insidern. Er hat einen Apparat gebaut, von dem Sie Ihnen gegenüber eine Nachahmung sehen. Es existiert kein einziger Apparat mehr aus dieser Epoche. Wir haben ihn eigenhändig nachgebaut.

Die Brüder Lumière haben nicht das Kino erfunden wie man es allgemein glaubt, sie haben die Projektion erfunden. Anfangs war ihre Erfindung nur in einigen Baracken bekannt, wo man ihnen eine goldene Zukunft versprach. Zu gleicher Zeit begeistert sich ganz Paris für die Chinesischen Schattenspiele von "Caran d'Ache" bis "Chat Noir". Damen aller Welt werden vor den beweglichen Schatten ohnmächtig ; es fehlt nur noch die Stimme, diese kommt nach einem halben Jahrhundert. Schauen Sie sich das ehrwûrdige Stück des Filmvorführapparats von 1900 an. In unserer Kindheit haben wir die umherziehenden Filmvorführer gekannt, mit ihren Projektoren auf den Dorfplatzen, mit einem Bildschirm, der mit etwas Glûck von Wind bewegt hin und herschaukelt, und uns die stummen Vorgänger der Western zeigte. Hier feierte das "Pathé-baby" seinen Triumph. Es ist das "camescope" der 20er Jahre. Es ist unmöglich, die Welt der bewegten Bilder zu verlassen, ohne Prof. Belin zu grüssen, der die photografischen Dokumente mit der Prezision eines Goldschmiedes überlieferte. Diese Entdeckungen waren ein Schatz für die Journalisten, die mit ihren Koffern auf Reportage fuhren, und wie die Helden von Jules Verne die Bilder per Telephon übertrugen.

Frauenstimme : Ich lade Sie nun ein die Treppen hochzulaufen, die Ihnen die gesamte Geschichte der drahtlosen Informatinsübermittlung erzählen werden einschliesslich die Anfänge des Fernsehens.

Wie Sie es vielleicht bemerkt haben, sind wir gezwungen, uns einige Freiheiten in der Zeitabfolge zu nehmen. Dies deshalb, weil die Erfindungen unmittelbar aufeinanderfolgen, in immer schneller werdendem Takt und sich überkreuzen. Die drahtlose Kommunikation enthält ursprünglich weder Sprache noch Musik. Sie überträgt Punkte und Striche wie der Morsetelegraph und sie erhält den Namen Radio, der den Klang übertragt, d.h. menschliche Stimme und Musik. Wenn Sie die Treppen erklommen haben, stehen Sie vor einer Vitrine mit dem Porträt eines beachtenswerten Mannes, Edouard Branly. Vor ihm hatte Maxwell die Theorie der radioelektrischen Wellen aufgestellt, Hertz hatte diese Theorie durch die allgemein bekannten Experimente bestätigt. Branley war der erste, der den Detektor der radioelektrischen Wellen konstruierte. Aber die Geschichte der Wissenschaft ist, wie die Geschiche der Künste, eine kurze Leiter auf der jeder Wissenschaftler aufgrund der Fundsachen seines Vorgängers emporsteigt.

Nun tritt unerwartet ein Genie in Erscheinung, angefüllt von Begabungen und Visionen, ausgestattet mit einem gewaltigen Vermögen, zu schlussfolgern : Marconi. Marconi wurde der Katalysator aller vorhergehenden Endeckungen. Er stellt in der Physik das dar, was Mozart in der Musik ist und Rimbaud in der Poesie.

Mit 22 Jahren verlässt er Rom und geht nach London, wo er erfolgreich sieben irländische Handelsunternehmen führt, d.h. ein Beruf, in dem man sich keine Verschwendungssucht leisten kann. Er gründet 1900 eine Kapitalgesellschaft mit 100 000 Pfund, die ihm drei Viertel seines märchenhaften Kapitals verleiht.

Fraienstimme : Noch einige Stufen und Sie werden auf einem Absatz der Geschichte ankommen.

Bis hierhin war die drahtlose Kommunikation nur eine Folge von elektrischen Entladungen, wie eine Kette von Gewittern beladen mit mächtigen Funken, die man in Stûcke zu teilen versuchte, um Punkte und Striche für das Morsealphabet zu erhalten.

Frauenstimme : Folgen Sie uns in das erste Zimmer der ersten Etage, Lee de Forest gewidmet,

wo wir mit grösster Sorgfalt die Etappen der repräsentativsten

Szenen in der Entwicklung

von der drahtlosen Kommunikation zum Radio dargestellt haben...

Vor dieser Entwicklung dominierte der Funke ; Interferenzen, Rauschen und Knacken übertönten das Wort. Lee de Forest hat den grossen Wechsel vom Funke zur Triode möglich gemacht, und somit die Dominaz des Wortes über Störungen. Aber es gibt keinen Prophet in seinem Land, auch nicht in Amerika, und so wird Lee de Forest zu 8 Tagen Gefängnis verurteilt wegen Nutzung eines Patentes ohne Wert. Denken Sie an die hunderte von Milliarden, die mit diesem Patent verwirklicht wurden. 1925 siegt für ihn die Gerechtigkeit. Vor Ihnen sehen Sie die erste Ausstrahlung einer Radiosendung zwischen der ersten Etage des Eiffel-Turmes und dem Panthéon. Eugène Ducretet ist einziger Verteidiger in Frankreich, alleiniger Vorausschauender fur den Erfolg des Radios gegenüber Gleichgültigkeit und Ignoranz. Ducretet setzt seine Arbeiten zusammen mit den grössten Wissenschaftlern der Welt fort, besonders mit Popov. Zum Anfang unseres Jahrhunderts ist der Eiffelturm als Objekt einer Verleumdungskampagne vom Abriss bedroht. Durch die Nachrichtenübertragungen von seiner Spitze wird er vor der Zerstörung durch die Vandalen gerettet. Diese Rettung wird durch General Ferrié eingeleitet, und einige Jahre später besteht aufgrund regulärer Sendungen von der Spitze des Eiffel-Turmes keine Gefahr mehr. Rechts von Ihnen sehen Sie dei Funkstation eines grossen Passagierdampters, Zeitgenosse der Titanic und ausgestattet mit gleichartigem Zebehör : Also statt Röhren eine Funkengarde zum Aussenden, und zum Empfang den Bleisulfatdetektor. Dieses Stück haben Sie und ich mehr oder weniger in unserer Jugend zusammengebastelt. Hinter Ihnen sehen Sie die Nische eines Funkamateurs der 20er Jahre. Der Funkamateur ist ein Suchender nach gesichterlosen Stimmen, eine Forscherseele im Dienste der Technik und Leidenschaft. Bald darauf beherrscht man die Verbreitung von Kurzwellen. Die Szene ist mit den Geräten von Auchinski nachgestellt; er war der erste Funkamateur der Frankreich und Amerika verband und 4500 km mit 10 m Wellenlänge überquerte. In den ersten Jahren des Funkens waren die Verantwortlichen des Militärs zurückhaltend, sogar feindlich hinsichtlich des Radio. Diese Nichtachtung ist Ausdruck für das Verhalten von Dummkopfen : "Keinerlei Interesse bis jeder sie verstehen und hören kann". Die Gleichen Töne hörte man 1935 hinsichtlich des Krieges mit Panzern.

Stimme von Malraux : "Gegenüber dem Eiffel-Turmes, der Ausdruck des Erfindergeistes von Frankreich ist, steht der Soldat von 1914 aufrecht in der Reihe, er gibt ihm diese ruhmreiche Tradition. Schaut wie bewegend dieses

Bild vorm blauen Horizont wirkt, letztes Epos, Mannschaft, Dudelsack, kanister".

Die grossen Wendepunkte in der Geschichte sind oft durch kleine Kurven angekundigt. Die Kurve, die uns interessiert, befindet sich in Calais, Herbst 1914. In jenem Jahr ergreifen unsere Zöllner einen Französischen Spion im Dienste von Deutschland, der in seinem Gepäck vier Röhren von Lee de Forest transportiert. Der Mann handelt wie ein Vorgänger des Spionagefilmes "Zweites Büro gegen den Kommandeur" : "Rufen Sie Capitaine Ferrié" und am Telephon : "Capitaine, ich habe Material zur Nachrichtenübertragung zu ihrer Verfügung, das den Ausgang des Krieges ändern kann". Nur Capitaine Ferrié kann die Ausmasse dieser Vorhersage und die vertrauliche Mitteilung verstehen. Der Spion wechselt in die Dienste Frankreichs über, die Röhren werden unseren Wissenschaftlern übergeben und ab 1915 ist die Triode einsetzbar. So benannte man die Radioröhre nach ihrem Ursprung. Anschliessend belieferten wir unsere englischen und amerikanischen Verbündeten. Die Deutschen vollendeten ihr erstes Gerät erst 1917, drei Jahre später. Es ist nicht notwendig zu betonen, dass die Radioröhre eine entscheidende Rolle fur den Sieg der Allierten spielte.

Frauenstimme : Folgen Sie uns nun bitte auf die nächste Stufe, und schauen. Sie nach rechts. Wir schreiben den 26 November 1921. Diese Vitrine Zeigt Ihnen den Beginn eines bedeutenden Ereignisses.

Der Funk wird zum Radio ; dies ist nicht nur ein Wechsel der Bezeichnung, Struktur und Zuhörerschaft-es ist ein geschichtlicher Höhepunkt. Sie werden Yvonne Brothier die Marseillaise singen hören. Sie singt 50 km von Paris entfernt, wo man ihr mit bewundernder Aufmerksamkeit in den Salons von Lutetia zuhört. Um den Mechanismus dieses Wunders zu versteben, konnen Sie eine Pause im Korridor einlegen, wo wir Ihnen die Funktion des Gerätes erklären. Am Ende dieses Korridors befindet sich das Zimmer des Admiral Dönitz, der in diesem Schloss während des zweiten Weltkrieges sein Quartier hatte. Vom Schloss fuhrt ein unterirdischer Gang in einen Bunker, der den Kommandostützpunkt, einem zentralen Punkt im U-Boot-Kreig, darstellte. Die Kommunikation wird zum Botschafter des Tobes. Bis 1942 werden hunderte von Booten, Millionen von Menschen von den Fluten verschlungen. Doch in jenem Jahr taucht ein unerwartetes Element auf, welches das Schicksal wendet : Eine Gruppe französischer Techniker Fährt unter Führung von Maurice Deloraine nach Amerika und vollendet einen Suchapparat nach U-Booten-das Radar. Der Ausgang des Krieges begann durch diese Erfindung zu kippen.

Frauenstimme : Begleiten Sie uns Bitte zur nächsten Etappe, dem Saal Roger Carteaux.

"Es spricht Guy Biraud, Begründer des Museums der Kommunikation. Wenn wir allen Saalen unseres Museums berühmte Paten gegeben haben, von Leonardo bis Jules Verne, so ist Roger Carteaux der einzig Unbekannte. Aber er bleibt hier als Erinnerung in unseren Herzen. Ich verdanke ihm viel, da er mir alles gelernt hat, ohne mich zu lehren. Er hat meine Leidenschaft entfesselt, mir eine Richtung gewiesen. Wir widmen ihm diesen Saal, weil er ein weiter Vorläufer für dieses Museum war.

Wir durchliefen das Steinzeitalter bis zu den goldenen Jahren des Radios, von Guturallauten bis zum Transistor. Bewundern Sie diese Arbeit, die in diesem Apparat die Suche nach Ästhetik in der Kunst des Barock ausdrückt.

Schauen Sie sich dieses grosse Möbel an, das den Anschein eines vorsintflutlichen Raum/Zeit-Möbels hat, mit Kunstwerken verziert. Anschliessend treten Sie in ein Amphitheater, in dem mehr als einhundert Ausstellungsstücke versammelt sind. Das Gerät, welches Sie auf der Anrichte der Grossmutter gesehen haben oder auf der Kommode der Tante, ist ein Tabu-Möbel : verboten die magischen Knöpfe zu berühren. Nur einige Tausend Priviligierte besitzenein solches Stück, das kostspieliger und weniger verbreitet ist, als ein Fernseher heute. Ich schlage Ihnen vor, den Klängen der unterschiedlichen Epochen zu lauschen, damit Sie die Entwicklung der Töne und Vibrationen abschätzen Können. Die Sensibilität der Empfänger ist schon sehr hoch. Enorm zugenommen hat die Klangqualität. Sechs Geräte werden Ihnen Beispiele jeweils von einigen Sekunden Dauer vorspiolen, jedes Beispiel entspricht der zugehören Epoche. Vielleicht haben Sie beim Eintreten bemerkt, dass das Amphitheater den Namen von André Charlin trägt-genialer Toningenieur und Konstrukteur eines ausserordentlichen Verstärkers, besonders genutzt während der 50er Jahre, Sie haben davon im Saal Ampère gehört. Er wurde vor 25 Jahren durch die Japaner geehrt, aber heute haben ihn die Franzosen ein wenig vergessen, so schulden wir ihm diese Huldigung.

Fauenstimme : Folgen Sie uns bis ganz hinten nach rechts, wo wir ein Familienleben dargostellt haben. Die Szene spielt an der Schwelle der 30er Jahre, Sie sehen die Mutter mit ihre Strickarbeit und den Kopfhörern, veilleicht gerade ein Konzert hörend. Rechts ein luxuriöses Möbelstück- das Radiogerät des Vaters. Es ist Rococco mit einem Schalltrichter aus Inselholz. Dieses Prunkstück ist der Meister unter den Familienradios. Das kleine Mädchen, dass mit seiner Puppe spielt, ist auch mit einem Gerät ausgestattet. Sämtliches Dekor dieser Szene ist mit authentischen Möbeln gestaltet. Nur die Lampe über dem Kamin ist älter als die Radiogeräte, sie ist ein sorgfältig aufbewahrtes Erbstück von der Grossmutter, eine elektrische Fee von 1900.

Frauenstimme : Betreten Sie unu wieder die Treppe, wo die ersten beiden Vitrinen weiter von der Frunktechnik erzählen, besonders von den ersten Jahr des Einsatzes beim Militär.

Wir begrüssen im Vorbeigehen den Ingenieur Girardeau, einzigster seiner Epoche, der sich Marconi widersetzte, als dieser sein Monopol überall ausbreitete. Girardeau hat die "Société Française Radioélectrque" gegründet. Sie kennen die Abkürzung SFR wahrscheinlich nicht, aber sircherlich kennen Sie CSF und Thomson. Girardeau wurde massgeblich vom Staat unterstützt, durch unseren alten Freund Capitaine Ferrié. Das schlechte Gedächtnis des Menschen hat uns Ferrié und Girardeau vergessen lassen : wir schulden Ihnen diese Ehrung. Auf der Treppe, die uns vom Militärfunk zum Ferneshtudium führt, sind die zwei letzten Vitrinen der Vorgeschichte des Fernsehens, der Auflösetechnik, dem ersten verkauften Fernsehapparat und dem Anfang der elektronischen Fernsehtechnik geweiht. Im ersten Zimmer der letzten Etage sind zwei Fernsehstudios der 30er Jahre nachgebildet. Eines ist ein Teil des Büros von René Barthélemy. René Barthélemy ist Vater der Synchronisation im Fernsehen. Wir haben die Kamera und den Empfänger mit dem Ingenieur Poinsignon nachgebildet, der langjähriger Mitarbeiter von René Barthélemy und Dimitri Strelkof war. Barthélemy repräsentiert eine bedeutende Etappe, doch in diesem Wunder von Laboratorium fehlt noch die kosmische Dimension, und es ist Sworykin, der mit der elektronischen Auflösung die Bilder ins Fernsehen bringt.

Sie erkennen zwei der repräsentativsten Personen des französischen Fernsehens; General Gaulle, der als erster Staatsmann verstand, das wunderbare Können des kleinen Bildschirms zu nutzen. Die zweite Person ist Georges de Cannes. Er war ein Prinz der Kommunikation; er erfand die Fernsehreportage. Mit ihm nahm das tägliche Fernsehprogramm abwechslungsreiche Farben an. Er berichtete über alle Branchen : Sport, Politik, Wissenschaften, Künste. Seine Tugenden setzen sich heute durch seinen Sohn Antoine fort, der bei Canal Plus tätig ist.

Frauenstimme : Treten Sie ein und versetzen Sie sich in die Träume von Jules Verne. Sie befinden sich im Salon des U-Bootes "Nautilus".

Jules Verne, dieser prophetische Schriftsteller, hat unsere Zeit in seimen Buch "Der Tagesablauf eines amerikanischen Journalisten im Jahre 2021", geschrieben während des Second Empire, vorhergesehen. Man weiss nicht mehr, ob bei Jules Verne die Technik im Dienste der Vorstellungskraft stand oder die Träume durch Technik augeregt wurden. Allien in seinem Dachboden in Amien oder in der Kabine seiner Yacht, der Saint Michel, bewaffnet mit einem Sextant, einem Kompass und einer Weltkarte, konstruierte er ein fantastisches Universum : das unsere. All seine Vorhersagen, die in den Augen seiner Zeitgenossen Wahnphantasien darstellten, realisierten sich vor unseren Augen. Ein einziges Beispiel wird Ihnen das Ausmass seiner vorhersagerischen Gabe aufzeigen. Er hat den Start der Astronauten von der Erde auf den Mond auf den selben Ort gelegt, der heute Cap Kennedy genannt wird. Und der für die Landung seiner Raumkapsel im Pazifischen Ozean benannte Ort befindet sich fünf Meilen vom Landeort Appolo. 20 000 Meilen unterm Meer, es ist eine Sonne die aus den Tiefen auftaucht. Wissen Sie, warum Jules Verne sein U-Boot "Nautilus" getauft hat ? Der erste Tauchversuch eines U-Bootes fand in Fromentine, zwischen Bois de la Chaise und dem Kontinent an der westfranzösischen Kuste statt. Brutus Villeroi, Lehrer von Jules Verne, hatte als erster sein U-Boot "Nautilus" getauft. Schauen Sie sich den Salon von Kapitan Nemo auf der "Nautilus" an, er empfängt uns nicht selbst, da er bei einer Beerdigung eines seiner Kameraden in einer unterseeischen Butch ist. Sie erkennen die legendäre Musik : der einsame Seufzer, das einsame Stöhnen, vermischt mit allen Geräuschen des Meeres. Sie konnen auch das Kommandantenpult der Nautilus wiedererkennen, mit allen Bildern wie sie im Schloss der Karpaten niedergeschrieben sind. Einige Meter weiter finden Sie Nemo und seine Kameraden in der Beerdigungsszene auf dem Meeresboden, mit der verschollenen Stabt Antinea, dem unterseeischen Feuer. Wir haben vier Mal "20 000 Meilen unterm Meer" gelesen um diese Szenerie zu realisieren, die wir an unseren Freund Jacques Lelut gewidmet haben.

Frauenstimme : Wir werden auftauchen, die Nautilus und die Tiefen des Meer verlassen, um die Geheimnisse des Kosmos zu entdecken.

Unsere Raumfähre ist im Jahre 2050 auf der Venus gelandet.

Prinzessin Iguana erwartet Sie an Bord. Der Kosmonaut rechts von Ihnen befindet sich im Langzeitschlaf. Um einem zu grossen Energieverlust zu vermeiden, hat man seine Temperatur um zwei Grad senken müssen. In zwei Monaten wird er von seinem Freund abgelöst, der die Raumfähre steuert. Wir sind bereit für eine lange Reise in Lichtjahren. Auf diesem Gebiet sind wir wie Jules Verne. Für den Augenblick ist es nur eine Fantasie der Raum-Zeit- Vorsellung. In einem Jhr, in 20 Jahren wird die Realität ohne Zweifel unsere Vorahnungen bewarhrheitet haben. Die zwei Mechaniker der Raumfähre, die Sie erblickt haben, sind zwei Martiens. Blaue Rasse, Glitzer und Berauschende Schönheit. Sie sind die ersten Bewohner von weitentfernten Planeten, die mit den Forschungsreisenden der Erde zusammenarbeiten. Fantastische Spinnereien, sagen Sie ? Vor 30 Jahren war die Reise auf den Mond eine Angelegenheit fur Poeten, für Träumer, in Cyrano de Bergerac. Heute ist es eine Menschliche Eroberung und man kann dem Kielwasser von Rosiers, Blériot und Lindberg folgen.

Wir sind nun auf der Steuerbrüke der Raumfähre angekommen. Sie können sich einige Augenblike ausruhen bevor Sie den letzten Kurs einschlagen. Links sehen Sie beim Herausgehen Prinz Consort, Mann der Prinzessin Iguana, Sie grüssend, um Ihnen eine gute Heimreise vor dem Abfulg von Astronef zum Jupiter zu wünschen. Für die Jungen und Jüngsten zwei Experimente zum Ausprobieren : das erste dient zum Beweis, dass sich ein Ton 313 m in der Sekunde ausbreitet. Wenn Sie in das Ende des Rohres sprechen, beträgt die Dauer vom Sprechen bis zum Verstehen 1 Sekunde. Zweites Experiment : Setzen Sie sich auf den Platz, er beinhaltet eine Demonstration der Zentrifugalkraft, die Kraft, die Steine von einer Schleuder fliegen lässt und die der Planeten Reise bestimmt. Meine Damen und Herren, unsere Besichtigung ist vorerst beendet. Ich sage vorerst, weil sie doppelt fortgesetzt werden wird; zuerst in Ihnen selbst und wie Pascal sagte: "In der Stille des unendlichen Raumes". Wir haben diesen Besuch mit einer Ehrung Leonardo da Vinci begonnen, durch Leonardo vergrösserte es sich und wird wie das Leben zu etwas Unvollendetem, zwischen zwei Ewigkeiten. Vor 10 Jahren haben die Amerikaner fur weitentfernte Galaxien Zeichen ausgesandt, und diese Zeichen erklärten in einer bildhaften Sprache die zeitlose Botschaft von Christus, dargestellt durch Leonardo : ecce homo, unbekanntes Volk der Sternenbewohner, bitteschön : der Mensch.

Frauenstimme : Bevor Sie Ihre Forschungsreise in Ihrem Gedächtnis und in Ihre Vorstellung fortsetzen, möchte ich Sie einladen, die Ausstellung zu besichtigen, die der Verbindung zwischen Kommunikation un Fortbewegung gewidmet ist. Die eine hat die Zeiten und Ereignisse übermittelt, die andere hat sie durchquert.

Die Fantasien erwarten Sie.